Heimvolkshochschule Alte Molkerei Frille (Bild, Logo und Text) Heimvolkshochschule Alte Molkerei Frille (Bild und Text) HVHS Frille (Logo) Einrichtung für politische Bildung (Text)
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Leitbild | Bildungshaus | Bildungsangebot | Politische Bildung | Definition gelungenen Lernens

Leitbild

Die 1976 gegründete HVHS Alte Molkerei Frille ist eine Einrichtung für politische Jugend- und Erwachsenenbildung in freier Trägerschaft. Die Bildungsstätte ist als Weiterbildungseinrichtung und als Träger der freien Jugendhilfe durch das Land NRW anerkannt. Sie ist Mitglied in landes- und bundesweiten Interessensverbänden politischer Bildung wie dem "Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten" (AdB) und der "Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung" (LAAW). Gender Mainstreaming ist durchgängiges Organisationsprinzip. Zur Durchführung von Projekten und Maßnahmen erhält die Alte Molkerei Frille Zuwendungen u.a. von der Landes- und Bundeszentrale für politische Bildung, aus dem Kinder- und Jugendplan des Landes und des Bundes sowie aus dem Europäischen Sozialfonds. Die Heimvolkshochschule beschäftigt zwölf Mitarbeiter_innen. Die Führung des Hauses und das pädagogische Konzept liegen in der Hand eines Leitungsteams, bestehend aus einer Referentin für Erwachsenenbildung, einem Referenten und einer ReferentIn für Jugendbildung und einer Geschäftsführerin. In 2004 ist die Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung als Qualitätssystem eingeführt worden.

Wir arbeiten daran, eine stärkere finanzielle Unabhängigkeit von öffentlichen Fördergeldern zu erreichen. Fundraising ist dabei für uns nicht nur ein Instrument zur Mittelakquise, sondern ein langfristig angelegtes Instrument zur Netzwerkbildung sowie zur Akquise personeller und sachbezogener Leistungen.

Langfristig wollen wir unser weißdeutsches Bildungshaus Menschen öffnen, die sich als People of Colour bezeichnen bzw. Migrationserfahrungen mitbringen. Dies dient unserer Auffassung nach der notwendigen Qualifizierung unserer politischen Bildung mit Erfahrungen zu Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir sind offen für Kooperationen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen, die sich mit den Inhalten unserer politischen Bildung verbunden fühlen.

Bildungshaus

Unsere Bildungsstätte ist aus dem Umbau einer alten Molkerei entstanden und liegt im Kern eines kleinen Dorfes in ländlich geprägter Landschaft. Der Ursprung des Hauses ist noch immer erfahrbar, so dass die verwandten Baumaterialien sowie die spezielle Architektur einen unverwechselbaren Lernraum schaffen.

Die HVHS bietet Einzel- und Mehrbettzimmer für insgesamt 45 Gäste. Für die pädagogische Arbeit stehen Seminarräume unterschiedlicher Größe mit verschiedenen Medien zur Verfügung. Das Haus kann von Seminar- aber auch von Gastgruppen ohne Seminarwunsch angemietet werden. Neben Badeseen, Wäldern, Fahrradwegen und kulturtouristischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung kann ein Grillplatz mit Lehmofen genutzt werden. Im Servicebereich sind Mitarbeiter_innen in den Bereichen Hauswirtschaft, Haustechnik und Verwaltung tätig, die das Wohl und die Wünsche der Teilnehmenden in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. So werden z.B. bei der Zubereitung der vorwiegend vegetarischen Gerichte Allergien und Unverträglichkeiten der Teilnehmenden beachtet. Die Mitarbeiter_innen stehen bei der Vorbereitung, während des Aufenthaltes und bei der Nachbereitung beratend und vermittelnd zur Verfügung. Darüber hinaus finden sich im Haus ausreichende Informationsmaterialien zur eigenen touristischen Programmgestaltung.

Bildungsangebot

Das Bildungsangebot besteht aus mehrtägigen Bildungsveranstaltungen und Weiterbildungsreihen zu gesellschaftspolitischen Themen wie Geschlechtsbezogene Pädagogik, Partizipation und Demokratieentwicklung in der Einwanderungs-gesellschaft, Konstruktive Konfliktbewältigung, Fragen ethischen Handelns und Gestaltung von Erziehungs- und Bildungsprozessen.

Mit unserem Angebot wenden wir uns vorwiegend an politische, soziale und pädagogische Fachkräfte sowie an ehrenamtlich Tätige. In Kooperation mit Institutionen aus Bildung und sozialer Arbeit führen wir zudem Seminare durch, die sich an Jugendliche und junge Erwachsene aus allgemein- und berufsbildenden Schulen, aus der Jugendhilfe und an Studierende und Auszubildende aus sozialen und pflegerischen Arbeitsfeldern richten. Die Bildungsveranstaltungen werden vom Leitungsteam in Zusammenarbeit mit dreißig qualifizierten Referent_innen durchgeführt.

Politische Bildung

Die "Alte Molkerei Frille" ist seit 1984 die Facheinrichtung im deutschsprachigen Raum, welche Geschlechtsbezogene Pädagogik konzeptionell mit den Elementen Mädchenarbeit, Jungenarbeit und Reflexive Koedukation entwickelt und in Seminaren vermittelt. Sie wirkt mit dem Ansatz emanzipatorischer Bildung bestehenden Geschlechterverhältnissen und der Festlegung auf Stereotypen entgegen. Neben dem Schwerpunkt "Gender" ist es das Ziel der HVHS das Selbstverständnis und den Bildungsansatz intersektionell zu erweitern. Dabei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass wir in einem Einwanderungsland leben und Migrant_innen alltägliche Ausgrenzungs- und Rassismuserfahrungen haben. Die Grundlagen unseres pädagogischen Handelns spiegeln sich in unserem Verständnis politischer Bildung wider.

Ausgehend von der Kritik an bestehenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen wirken wir Ausgrenzungsmechanismen und Diskriminierungen entgegen und ermöglichen Handlungsstrategien und Widerständigkeit. Unterschiedliche Perspektiven erhalten bei uns Raum und einengende Zuschreibungen werden dekonstruiert. Dies dient der Anerkennung und Wertschätzung pluraler Lebensentwürfe. Wir sprechen die Teilnehmenden in unseren Seminaren als Expert_innen ihres privaten und beruflichen Lebens an und initiieren ausgehend von ihren Bedürfnissen Selbstermächtigungsprozesse mit dem Ziel einer Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln. Ferner ist es unser Anliegen, in den Seminaren eine Haltung zu vermitteln, die von Umsicht und Fürsorge sich selbst und anderen gegenüber geprägt ist. Angeleitete Reflexionsprozesse fördern die persönliche Entwicklung und eine solidarische Einstellung. Die erfahrungsorientierte Seminargestaltung unterstützt die Partizipation der Teilnehmenden und nimmt ihre Potenziale und Verschiedenheiten als Kompetenzen und Lernanreize wahr.

Definition gelungenen Lernens

Lernen ist unserem Verständnis nach dann gelungen, wenn die Teilnehmenden in unseren Seminaren

  • Lust an eigenen und gemeinschaftlichen Lernprozessen entfalten,
  • eine geschlechtsbezogene Perspektive einnehmen,
  • eigene Standpunkte und Interessen wahrnehmen und äußern,
  • die eigene gesellschaftliche Position kritisch reflektieren,
  • eine Haltung des "Sowohl-als-auch" als sinnvoll erfahren,
  • Wahlmöglichkeiten für ihr eigenes Handeln entwickeln,
  • ihre Einflussmöglichkeiten hinsichtlich der Gestaltung des eigenen und gesellschaftspolitischen Lebens erkennen und wahrnehmen wollen und
  • die Lerninhalte in den privaten und beruflichen Alltag transferieren.

Die Umsetzung gelingt uns, weil

  • kompetente und erfahrene Lehrende die Seminare anleiten,
  • die Lehrenden eine Vorbildfunktion einnehmen,
  • Lernen in einem geschützten und erwartungsfreien Raum stattfindet,
  • in den Seminaren eine partizipative und prozessorientierte Arbeitsweise angewandt wird und
  • aktivierende und reflexionsfördernde Methoden des ganzheitlichen Lernens eingesetzt werden.

Unser Menschenbild beruht auf den Aspekten gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung. In unserer Arbeit wollen wir diese Haltung unseren Teilnehmenden, Gästen und unseren Kooperationspartner_innen zu Teil werden lassen. Die Gestaltung des Hauses, unsere übergeordneten Ziele als auch die Haltung aller Mitarbeitenden wirken als Einheit und unterstützen dieses Anliegen.

Petershagen, den 01.11.2009

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Ansicht der Alte Molkerei Frille


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